Notfallmedizin

Seit dem 1. August 2010 betreibt das Sankt Elisabeth Hospital in Gütersloh ein Notarzteinsatzfahrzeug, das NEF. Die Entscheidung fiel, als in 2010 der Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises Gütersloh neu fortgeschrieben wurde. Schnell wurde klar, dass dringender Bedarf für einen weiteren Notarztstandort in Gütersloh besteht. War der Gütersloher Notarzt bereits ausgerückt, musste ein zweiter Notarzt aus Halle, Harsewinkel oder Rheda-Wiedenbrück angefordert werden. Für Patienten, die dringend auf notärztliche Hilfe angewiesen waren, begann eine bange Zeit des Wartens. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an, denn der Notarztstandort am Sankt Elisabeth Hospital ist nicht mehr wegzudenken. Das NEF und die Einsatzkräfte stehen werktags 13 Stunden am Sankt Elisabeth Hospital auf Abruf bereit.

In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Gütersloh rückt das NEF des Hospitals mehrmals täglich aus, um Patienten in lebensbedrohlichen Situationen oder nach schweren Unfällen zu helfen. Die Leitstelle der Berufsfeuerwehr Gütersloh koordiniert alle Notfälle und schickt bei Bedarf die entsprechenden Rettungsmittel. Gemeinsam mit dem Rettungsassistenten fährt das NEF mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatzort. Dort treffen sie mit dem Rettungswagen zusammen (Rendevouz-System) der von der Rettungswache der Feuerwehr Gütersloh entsandt wurde. Am Einsatzort wird der Patient von dem eingespielten Rettungsteam notärztlich erstversorgt und bei Bedarf in ein Krankenhaus transportiert. 

Ausbildung der Notfallmediziner
Die Notärztinnen und Notärzte sind allesamt Anästhesisten und speziell ausgebildete Notfallmediziner. Da das Spektrum der Notfalleinsätze sehr vielfältig ist, müssen sie in allen Bereichen der Medizin fit sein. Sie kümmern sich um die Erstversorgung eines akuten Herzinfarktes oder eines Schlaganfalls genauso, wie um Verkehrsunfälle. Insbesondere schwere Verkehrsunfälle sind unberechenbar. Hier kommen Knochenbrüche und Schnittverletzungen genauso vor, wie ein Herz-Kreislaufstillstand, der eine sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung erfordert. Auch vor Kindern machen schwere Erkrankungen oder Verletzungen keinen Halt. Hier wird ebenfalls das ganze Spektrum der Notfallmedizin und des Notarztes gefordert. Die Notfallmedizin mit all ihren Facetten ist mit einer Intensivmedizin auf Rädern vergleichbar. Die technischen Möglichkeiten, wie z.B. eine Beatmung oder eine notfallmäßige Eröffnung des Brustkorbes zur Entlastung (Thoraxdrainage) der Lunge sind identisch mit denen der Intensivstation in der Klinik. Das trifft auch auf die medikamentösen Therapieoptionen zu. 

Dr. med. Robin Schumacher
Leiter des Notarztstandortes
Facharzt für Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin

Thorsten Strube
Notfallsanitäter der Feuerwehr Gütersloh